Wasserverbund Kiesental AG, Niesenstrasse 7, 3510 Konolfingen, Tel. 031 790 39 30, info@waki.ch

Pestizidrückstände im WAKI-Wasser vom Mai 2020

Wie in den Medienmitteilungen vom Februar und März 2020 festgehalten, wird bei einem Abbauprodukt von Chlorothalonil, dem sog. M4 oder R471811, der Grenzwert von 0.1 µg/l in zwei Fassungen, aus denen der WAKI Wasser bezieht, überschritten. Daran haben auch die neuesten Befunde vom Mai 2020 nichts geändert, der entsprechende Wert vom Pumpwerk in Stalden beträgt 0.3 µg/l und im Gmeis 0.24 µg/l. Das Wasser aus diesen beiden Fassungen gelangt nur in die Versor­gungszelle von Konolfingen[1]. Die Versorgungszellen von Bowil-Zäzi­wil-Grosshöchstetten und von Oberhünigen/Reutenen werden durch Quellen und die Grund­wasserfassung in Bowil gespiesen, welche den Grenzwert der Abbauprodukte von Chlorotha­lonil einhalten.

 

Chlorothalonil ist ein Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff, der die Ernte vor Pilzbefall schützte. Was bis vor wenigen Jahren in der Wasseranalytik nicht gemessen werden konnte, ist nun feststellbar und so hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) anfangs 2020 beschlossen, den Grenzwert für das Vorkommen von sämtlichen Abbaupro­dukten (Metaboliten) dieses Fungizides auf 0.1 µg/l (ein Zehnmillionstelgramm pro Liter!) festzu­setzen. In der Folge wurde vor allem in Grundwasservorkommen in Gebieten, die intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, eine Überschreitung dieses Grenzwertes festge­stellt und der Bund hat deshalb ab 1.1. 2020 den Einsatz von Chlorothalonil verboten.

 

Seit vergangenem Februar mischen wir das Wasser in der Versorgungszelle von Konolfingen mit Wasser aus der Grundwasserfassung Moosacher, Bowil. Dies führt dazu, dass in der obe­ren Zone von Konolfingen inkl. Konolfingen-Dorf die Grenzwerte eingehalten werden.

Nicht eingehalten werden die Grenzwerte jedoch in Teilen der unteren Zone von Konolfingen, welche ihr Wasser aus dem Gmeis bzw. dem Pumpwerk in Stalden beziehen. Die Messungen vom Mai haben gezeigt, dass im Gebiet Tonisbach (ebenfalls untere Zone von Konolfingen) die Grenzwerte eingehalten werden, da dieses aus dem Reservoir Konolfingen-Dorf versorgt

Obere Zone von Konolfingen: Grenzwert eingehalten!

Die Messergebnisse vom Mai bestätigen, dass durch die Mischung von Wasser aus dem Pumpwerk in Bowil im Reservoir von Konolfingen-Dorf in der Oberen Zone von Konolfin­gen der Grenzwert eingehalten werden kann. Von der oberen Zone in Konolfingen aus wird auch der Ortsteil Trimstein der Gemeinde Münsingen versorgt.

 

Untere Zone von Konolfingen: Grenzwert nicht oder nur teilweise eingehalten.

Messungen vom Mai haben gezeigt, dass der Grenzwert in der unteren Zone nur im Gebiet Tonisbach von Konolfingen eingehalten wird, welches ab dem Reservoir Konolfingen-Dorf versorgt wird. In grösseren Teilen der unteren Zone von Konolfingen inkl. den Gemeinden Häutligen, Freimettigen, Münsingen (Ortsteil Tägertschi) und Niederhünigen (untere Zone) wird der Grenzwert mit 0.2 bis 0.3 µg/l weiterhin überschritten.

wird, wo das Wasser aus dem Gmeis bzw. aus Stalden mit demjenigen aus Bowil gemischt wird.

Grosse Teile der unteren Zone von Konolfingen beziehen ihr Wasser jedoch weiterhin aus dem Gmeis bzw. dem Pumpwerk in Stalden und zur besseren Durchmischung fehlen sowohl Ressourcen wie auch Mischbehälter.

Die Abklärungen zur Erschliessung von neuem, unbelastetem Quellwasser in der Versor­gungszelle von Konolfingen gehen unterdessen weiter. Im Rahmen eines ersten Grobkonzep­tes hat sich jedoch gezeigt, dass eine Mischung mit dem Wasser aus dem Gmeis kaum dazu führen wird, den Wert von Abbauprodukten von Chlorothalonil unter den Grenzwert zu sen­ken, aufgrund von fehlenden Mischmöglichkeiten und aufgrund des Mischverhältnisses.

Wir halten weiterhin an der Aussage fest: «Eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung auf­grund von Chlorothalonil-Meta­boliten besteht nicht – Konsumentinnen und Konsumenten können Trinkwasser weiter­hin konsumie­ren» (Schreiben BLV an die Kantone vom 30.1. 2020).

Weiter weisen wir darauf hin, dass wir wie schon in den zurückliegenden Jahren, das Wasser aus dem Gmeis und aus dem Pumpwerk in Bowil auf rund 30 verschiedene Pestizide hin untersuchen lassen und dass dabei bisher keine Pestizide nachgewiesen werden konnten (vgl. Bei­lage).

Dasselbe trifft im Übrigen auch für das Grundwasser aus dem Pumpwerk in Stalden zu, wel­ches seit Jahren im Rahmen der «Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA» auf ver­schiedenste Stoffe (auch ausgewählte Pestizide) hin untersucht wird.

 

Konolfingen, 9. Juni 2020

 

Für weitere Auskünfte:

Christoph Zürcher, VR-Präsident, Tel. 031 791 08 60 oder

Hans Schäfer, Geschäftsstelle WAKI, Tel. 031 790 39 30

[1] Zur Versorgungszelle von Konolfingen gehören die Gemeinden Freimettigen, Häutligen, Konolfingen, Münsingen (Ortsteil Tägertschi) und Niederhünigen (untere Zone) und ausserdem der Ortsteil Trimstein von Münsingen.