Wasserverbund Kiesental AG, Niesenstrasse 7, 3510 Konolfingen, Tel. 031 790 39 30, info@waki.ch

Seit der Bund am 8. August eine neue Weisung für den Umgang mit Risiken durch Chlorotha­lonil-Rückstände im Trinkwasser erlassen hat, vergeht kaum eine Woche, in der nicht in den Medien über Fungizide, Pestizide und Herbizide im Trinkwasser berichtet wird und damit natürlich auch die Konsumentinnen und Konsumenten von Trinkwasser verunsichert.

Chlorothalonil ist ein Fungizid, also ein Wirkstoff gegen Befall von Pilzen und deren Sporen und wird seit den 1970er Jahren überwiegend im Getreide-, Gemüse-, Wein- und Zierpflan­zenbau eingesetzt. Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen haben festgestellt, dass für Abbauprodukte (sog. Metaboliten) von Chlorothalonil Hinweise für eine Gesundheitsgefährdung bestehen. Auch wenn dies noch sehr vage tönt, wurde einerseits ein Widerruf der Bewilligung des Einsatzes von Chlorothalonil durch das Bundesamt für Landwirtschaft in die Wege geleitet und ande­rerseits der Grenzwert für dieses Fungizid und relevante Metaboliten im Trinkwasser vorsorg­lich auf 0.1 µg (Mikrogramm) pro Liter festgesetzt.

Wem dieser Grenzwert von einem Zehnmillionstel Gramm nichts sagt, hier folgendes Beispiel: Die­ser Grenzwert entspricht etwa einem Würfelzucker, verteilt auf das Wasservolumen von 12 olympischen Schwimmbecken (je 50 m Länge à 10 Bahnen und einer Tiefe von rund 3 m).

Der Wasserverbund Kiesental (WAKI) beliefert die Gemeinden Bowil, Freimettigen, Gross­höchstetten, Häutligen, Konolfingen, Mirchel, Münsingen (Ortsteil Tägertschi), Niederhüni­gen, Oberhünigen, Oberthal und Zäziwil sowie die Ortsteile Ried bei Schlosswil (Gemeinde Worb) und Trimstein (Gemeinde Münsingen) mit Trinkwasser und ist folglich zuständig für die Qua­lität des gelieferten Wassers. Der WAKI hat am 21. August seine sämtlichen Ressour­cen, also zwei Grundwasserfassungen, 4 Quellgebiete und das Nestlé-Wasser aus dem Gmeis auf Chlo­rothalonil und die beiden Metaboliten 5 (R611965) bzw. 12 (R4178888) hin untersu­chen las­sen.

Die Ergebnisse lauten wie folgt: Beim Metaboliten 12 (R4178888) wurden im Pumpwerk Stal­den (Konolfingen) 0.043 µg/l und beim Gmeis (Nestlé) 0.030 µg/l gemessen, bei den übrigen Proben, also auf Chlorothalonil und den Metaboliten 5 (R611965) lagen die Werte unterhalb der technischen Bestimmungsgrenze von 0.025 µg/l. Bei allen Proben der Quellen und beim Grundwasser aus Bowil (Pumpwerk Moosacker) lagen sämtliche Werte unterhalb der techni­schen Bestimmungsgrenze, d.h. es konnten keinerlei Rückstände dieses Fungizides oder sei­ner Abbauprodukte nachgewiesen werden.

Nachdem die Wasserversorgungen durch die Berichterstattung in den Medien in den letzten Wochen erheblich unter Druck geraten sind, können wir doch erleichtert feststellen, dass hin­sichtlich Chlorothalonil und den beiden Metaboliten das WAKI-Wasser bedenkenlos konsu­miert werden kann, da die vom Bund bestimmten Grenzwerte nirgendwo erreicht oder gar überschritten werden.

Medienmitteilung vom 19.9. 2019